Ein Moment, ein Bild, ein Gefühl

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Dieses Foto entstand zufällig vor einem großen Supermarkt in Hamburg. Ich habe dort selber draußen mit meinen Hunden gewartet und war fasziniert von diesem hübschen Kerl. Manchmal ist man sich gar nicht bewusst, warum gerade dieser eine Moment so viele Emotionen in einem freisetzt, aber ich war ganz angetan von ihm und musste einfach ein Bild machen. Der Hund war schon älter und seine Körpersprache zeigte, dass es auf der Hut war, vorsichtig, sensibel für alles um ihn herum, aber überhaupt nicht empfänglich für Signale anderer Menschen. Er war völlig auf seinen Besitzer, einen jüngeren Mann, fixiert. Alles andere war nebensächlich, höchstens einen kurzen scheuen Blick wert. Ich hätte eine Menge hinein interpretieren können, wie z.B. ängstlich, armer Hund, so alleine, bestimmt ist er unglücklich … Trotzdem bin ich mir sehr sicher, dass dieser Vierbeiner alles andere war, als das, was er auf den ersten Blick ausstrahlte.

Beim genaueren Hinschauen umgab ihn so etwas wie eine unsichtbare Grenze. Alle, die an ihm vorbei gingen, schauten ihn an. Versuchten sogar ihn zu locken, aber niemand kam näher als einen Meter heran. Er strahlte eine unheimliche Souveränität aus, etwas, das man oft bei Hunden von Obdachlosen findet. Sie wissen einfach wo sie hingehören. Alles andere ist ihnen völlig egal. Oft sind sie vorbildlich erzogen. Warum? Weil sie keine andere Chance haben, als sich an ihrem Menschen zu orientieren. Hier wird geteilt, alles. Das harte Leben auf der Straße und auch das Essen, wenn es denn etwas gibt. Diese Hunde tragen keine Halsbänder zur Show, liegen nicht auf weichen Kissen und genießen die Vorzüge eines warmen Zuhause. Und genau deswegen funktioniert es hier auch mit der Erziehung, weil Hund genau versteht, es gibt hier keine Kompromisse zu machen. Never! Und doch bekommen sie von ihren Besitzern, die Welt auf Erden, denn sie sind meist alles, was dieser Mensch noch an ehrlichen sozialen Kontakten besitzt.

Der Hund vor dem Supermarkt? Er wurde wieder abgeholt. Glücklich war er, aber ohne es groß zu zeigen, denn er wusste genau, dass sein Mensch ihn nicht sitzen ließ. Das belohnte er mit einwandfreiem Verhalten, ohne angeleint zu sein sitzen zu bleiben, egal wie lange es dauert. Das nenne ich Vertrauen, von beiden Seiten.

KategorieHund und Verhalten

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