Auf Reisen mit Hund und Wohnmobil

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Unser erster Gastbeitrag ist da – Yuhhu! 🙂

Vor ein paar Tagen habe ich für Doreen und ihren Blog geschrieben “Mit Hund im Wohnmobil, aber richtig”, jetzt endlich haben wir ihren bekommen. Lest selber, wie es ist, mit dem Wohnmobil unterwegs zu sein und dann noch mit Hund. Ich finde das total spannend und das wäre auf jeden Fall auch etwas für uns, da bin ich mir sicher!

Wer grundsätzlich mehr über das Reisen im Wohnmobil erfahren möchte, der sollte unbedingt mal bei Doreen und ihrem Blog reinschnuppern: “She is on the road again”.
Aber jetzt viel Spaß beim Lesen 😉

Es ist ein paar Tage her, dass ich Nina von „der weisse hund“ in Hamburg getroffen habe.

Wie das so ist, wenn Frauen zusammensitzen, dann sprechen sie in null Komma nix über ihre Hunde. So war das natürlich auch an diesem Tag. Nina ist von Martin Rütter ausgebildete Hundetrainerin und ich hatte tausend Fragen zum Reisen mit Hund. So entstand die Idee, für unsere Blogs gegenseitig einen Gastbeitrag zu schreiben. Ihre Frage an mich: Wie bist Du zum Reisen mit dem Wohnmobil gekommen?

Nun, das ist bereits ein paar Jahre her. Ich hatte mich gerade von einer langen Krankheit erholt und es war ein neuer Mann in mein Leben getreten. Ich flog die Jahre zuvor mit Stui (Parson Jack Russell) oft nach Ibiza, ist irgendwie immer gut gegangen (eigentlich ist er viel zu schwer). Carsten brachte unser Fienchen mit in die Familie (Gordon Setterin) und fliegen kam somit nicht in Frage. Wir sind beide nicht dafür gemacht, unsere Hunde im Frachtraum eines Fliegers zu transportieren.

Finchen

Carsten feierte seinen Geburtstag Anfang Oktober schon seit vielen Jahren immer in Portugal. In Sagres. Im letzten Kaff Europa´s vor Amerika. Einige von Euch kennen Sagres vielleicht durch die letzte Bratwurst vor Amerika. Und er fuhr, natürlich, mit dem Auto. Wegen Fienchen. Denn die musste ja mit. Fühlt sie sich doch in Sagres ebenso wohl wie er.

Ich war bis dato noch nie in Portugal gewesen. Ich hatte vor 20 Jahren mal einen surfenden Kollegen, der fuhr da immer hin. Und ich hatte einen Ex Freund, der die schönste Zeit seines Lebens in Porto verbracht hatte.
Also, ich war bereit. Auf nach Portugal. Es war Januar, die Reise sollte ab Mitte September stattfinden. Lange im Voraus geplant – jaja…
Hmmm, Carsten, wie lange fahren wir eigentlich bis Sagres?
2600 km, also 2 Übernachtungen.
Bitte was? Geografie – setzen- 5.

Nun muss man wissen, dass ich nach meiner Krankheit lange Zeit Probleme mit „fest sitzen“ hatte. Ich musste schon im Büro ständig aufstehen und rumlaufen, damit meine Beine nicht dick wurden.
2600 km one way in einem Auto, das war absolut indiskutabel für mich.

Alternative – ich fliege nach Faro & Carsten fährt mit den Hunden. Gute Idee. Nur nicht für meinen Hund. Stui HASSTE Auto fahren. Zittern und Hecheln – 2600 km ohne seine „Mutter“ – auch indiskutabel.

Hund bei Oma & Opa lassen? – Ja, eine mögliche Alternative. Aber mal ehrlich. Die schönste Zeit des Jahres ohne Hundekind? Ich würde ihn jeden Tag vermissen. Auch doof.

Dann erzählte Carsten mir, ganz vorsichtig, dass er ja eigentlich so einen Traum hat. Schon ganz lange. Der Traum: Mit einem Wohnmobil durch die Gegend cruisen… Tja, da hat er richtig Glück gehabt, denn ich war mein Leben lang mit meinen Eltern im Zelt unterwegs. Campingplätze waren meine zweite Heimat. Ich war begeistert!

Unsere erste Reise in diesem Jahr ging noch mit dem Auto in eine hundefreundliche Ferienwohnung auf den Darß. Das war wirklich super schön, aber ich glaube, schon damals guckten wir neidisch jedem Wohnmobil hinterher.

Zu Hause angekommen informierten wir uns über das Mieten von Wohnmobilen. Mit Hund natürlich. Das war 2009. Und 2009 war das noch kein leichtes Unterfangen. Der ADAC bot zwar „mit Hund“ an, aber die Preise!!! Wir wollten 3 Wochen weg – mit Übergabepauschale, Endreinigung & blablabla – echt teuer. Und da hatten wir noch nicht getankt, keine Maut bezahlt, noch nicht übernachtet und gar nix. Ausserdem hätten wir mit dem großen Hund wirklich ein großzügiges Mobil mieten müssen.
Hmmm – leichter Frust…
Carsten – für das Geld was die wollen, kauf ich doch lieber ein altes cooles Wohnmobil.
Jaaaaa !!!!

So, erstmal in die Materie eingelesen.
* Wieviel Platz brauchen wir denn so?
* Wieviel PS hat sowas?
* Wie geht das mit dem Wasser, Abwasser, Duschen, Klo – wir wussten nix – aber wir hatten ja noch genug Zeit.
Der wichtigste Punkt beim Kauf: Welche Marke & welches Modell kauft man denn, wenn man nicht weiß, ob man noch einen zweiten Urlaub darin macht (hätte ja sein können, dass wir beide das Reisen mit einem Womo total doof finden).

Wir recherchierten und unsere erste Wahl fiel auf ein kultiges Hymermobil. Wir fanden den Style sooo cool, so einer musste her! Wir hatten Glück! Hier um die Ecke in Velbert war einer. Von einem KFZ Meister, aber der Wagen von 1986. Naja, der wird den ja wohl ordentlich gepflegt haben. Wir also hin nach Velbert und waren sofort verliebt. So kultig und so gepflegt. Eine Nacht drüber geschlafen und ja, den nehmen wir.

Wohmo1

Seitdem, nimmt mein Womo-Schicksal seinen Lauf.

Schon auf der ersten Testfahrt stellte sich heraus, dass Stui so gar nicht Womo-kompatibel ist. Das große Gefährt, das alte Fahrzeug in dem es überall rappelte & knarzte, war ein einziger Albtraum für ihn. Unsere erste Reise ging an einen See hier in der Gegend. Traumhaft.

Die zweite Reise zu meinen Eltern nach Thüringen. Fahrt: naja. Stui die ganze Zeit auf meinem Schoß… Logisch, dass ich bei meinen Eltern natürlich unbedingt vor der Tür im Womo schlafen wollte. Carsten und ich im Hubbett über den Fahrersitzen. Es war August und total warm, nachts kam leichter Regen auf. Fienchen schnarchte wie das sonst eigentlich nur alte Leute tun (sie war auch schon 10). Wie lüftet man eigentlich so ein Wohnmobil, wenn es regnet? Und warm ist? Dachluke – besser nicht. Seitenfenster?
Ich kann nur sagen – die erste Nacht war ein Albtraum. Es war warm & schwül!!! Wir Menschen haben beide echt grottenschlecht geschlafen, den Hunden ging´s gut. Gut das wir die Testfahrt gemacht hatten – wir mussten noch viel lesen, über das richtige Lüften, Bepacken etc.

Dann war der September da und es ging los. Freitagabend bis hinter Paris. War das geil!!! Schöne alte Rockmusik (Stones, Doors, Janis Joplin – passend zum Womo eben) & wir fuhren entspannt durch die Nacht. Carsten hatte mir die Dinette (Tisch-Sitzbank-Kombination) zum Bett umgebaut und sobald es dunkel war verschwand ich mit Stui nach hinten (nicht nachmachen – verboten – aber meine Beine…) Diese Art zu reisen war perfekt für meine Wehwehchen. Die erste Nacht verbrachten wir auf einem Stellplatz an der Loire. Ich glaube, auch die war nicht besonders gut. Ich müsste lügen, wenn ich behaupten würde, ich hätte keine Angst gehabt. Während unserer Wohnmobil Recherchen lasen wir natürlich immer wieder Berichte über in Frankreich überfallene Camper. Heute weiß ich, dass dies hauptsächlich auf Autobahnraststätten passiert. Die sollte man zum Übernachten wirklich nicht in Erwägung ziehen.

Stui

Der zweite Stopp war Mimizan Plage. Heute bin ich der Meinung, als ich da morgens das erste Mal aufgewacht bin, war ich in dieses Fleckchen Erde schon verliebt. Und ich fühlte mich sicher. Viele, viele Wohnmobile – etliche deutsch sprechende Camper von denen man sich noch Tipps und Tricks holen konnte und der Platz direkt an der Düne. Schlafen mit Meeresrauschen. Perfekt – so hatte ich es mir vorgestellt.

Hatte ich schon erzählt, dass Stui AUF mir saß – die ganze Fahrt? Und natürlich immer wieder gezittert hat? Nach und nach wurde es besser, hatte ich ihm doch ein Traum-Bettchen direkt neben mir gebaut.
Wir verbrachten einige schöne Tage in Mimizan und als das Wetter schlechter wurde, zogen wir weiter.

Wohmo2

Unser Weg durch Spanien führte uns an vielen schönen Ortschaften vorbei.
Der Weg führt über Burgos, Salamanca, Cáceres, Merida, Sevilla, Cordoba, Huelva bis an die Algarve.

Bereits auf der ersten Reise gewöhnte ich mich schnell an dieses freie Reisen. Viele nennen es auch, tiefes & entspanntes Reisen. Man hat ein grobes Ziel, reist aber nach seinem ganz individuellen Rhythmus. Wenn man einen Ort liebt, dann bleibt man eben etwas länger. Ist ein Zwischenstopp doof, schläft man nur oder man tingelt direkt weiter. Essen kann man den ganzen Tag, wir haben unsere Küche und Dusche an Bord – wir machen unsere eigenen Regeln. Uhrzeiten spielen keine Rolle. Wir leben und Reisen mit der Sonne. Ist es zu heiß (für die Hunde), suchen wir uns einen Platz im Schatten am Fluss oder See und pausieren. Die Hunde können schwimmen, schlafen – wie auch immer. An heißen Tagen fahren wir überwiegend nachts. Die Hunde sind müde, meiner schläft inzwischen auch ganz ruhig im Wohnmobil, wir Menschen hören coole Musik oder lustige Hörspiele. Wann wir ankommen wollen, bestimmen wir – wir tragen keine Uhren und leben völlig unabhängig von Zeit oder Wochentag.

Stui Strand

Das erste Mal in Sagres angekommen, traute ich meinen Augen nicht.
Es war natürlich wieder mitten in der Nacht (in Sevilla & Huelva waren ca 40 Grad – im September) und wir fuhren direkt an einen schönen Strand. Morgens die erste Runde bei Meeresrauschen entschädigte für eine lange Anreise. Ich verliebte mich sofort in diese Gegend und wer mehr über den Südwesten Portugals erfahren möchte, der sollte auf meiner Seite vorbei schauen www.doreenkalkofen.com.

Inzwischen haben wir unser 3. Wohnmobil. Unsere Aufenthalte in den Wohnmobilen werden immer länger, wir verbringen unseren ganzen Sommer auf einem Campingplatz am Rhein. Was gibt es Schöneres, als morgens mit den Füßen auf der Wiese und Rheinblick seinen ersten Kaffee zu trinken?

Mit den Füßen im Sand und Meerblick den ersten Kaffee zu trinken. – Daran arbeiten wir noch. Klar ist aber, dass wir irgendwann in Portugal leben wollen. Die Pläne stehen, an der Umsetzung hapert es noch.

Wohin reisen wir so mit dem Wohnmobil? Was sind meine Lieblingsdestinationen?

Klar, Sagres & Mimizan Plage- das wisst Ihr ja jetzt.

Ich liebe die Provence. 2015 war ich das erste Mal an der Cóte Azur, in Ramatuelle. Traumhaft.
Der Luberon & das Departement Vaucluse.
Gordes, Bonnieux, Isle-sur-Sorgue, … tolle kleine Orte mit tollen Campingplätzen.
Die Loire mit Schlössern – romantisch wohnen mitten am Fluss.
Der Norden Frankreichs, Nord Pas de Calais – wir lieben den Stellplatz an der Marina in Le Touquet Paris-Plage. Weite Sandstrände – 5 Stunden von Düsseldorf entfernt. Mit Hund das Paradies! Die Franzosen sind verrückt nach Hunden. Es ist so entspannend.
Saintes Maries de la Mer – ein Traum auch im Winter. Da man in der Camargue ja im Sommer von Mücken geplagt wird (selbst schon erlebt), lieben wir es über Silvester in die Camargue zu Reisen. Gerade in Saintes Maries de La Mer sind hunderte Wohnmobilsten unterwegs. Es gibt die Möglichkeit direkt am Strand zu „wohnen“ – das ist herrlich!

Nordsee – Greetsiel, Emden, Sankt Peter Ording…
Sylt fehlt mir noch mit Wohnmobil – ist aber in Planung.

Auch der Niederrhein bietet nette kleine Ortschaften.
Da wir uns am Rhein aber so wohl fühlen, sind wir während der Ferienzeit doch sehr reisefaul. Da bleiben wir lieber auf unserem Campingplatz. Unsere Reisezeit ist so das Frühjahr. Wir beginnen meist zur Karnevalssaison mit Le Touquet Paris-Plage, sind im April-Mai in Frankreich oder Portugal unterwegs und dann wieder ab September in Portugal. Im September nach Portugal ist gesetzt. Da haben wir noch so viele Destinationen, die wir uns noch anschauen wollen. Tolle alte Klöster, Schlösser, Naturparks. Ebenso in Spanien. Galizien steht ganz oben auf der Liste. Von etlichen Surfern hörte ich, wie traumhaft das mobile Leben in Galizien sein soll. Den Hunden ist es gleich. Hauptsache Sand & Wasser = Hundeglück.

So bin ich also, eher wie die Jungfrau zum Kind, zum Camping gekommen. Es lässt mich nicht mehr los. Meine Freundin Angie sagte ganz zu Beginn meiner Camper – Karriere: Wohnmobilurlaub ist der schönste Urlaub den es gibt. Und ja, sie hatte Recht. Es haben sich so viele, so nette Freundschaften entwickelt. Wir sind weit weg von dem, was man sich so unter einem biersaufenden, den Campingplatz nicht verlassenden Camper vorstellt. Unsere Freunde und Bekannten ebenso. Es ist ein Lebensstil.
Ein nomadischer Lebensstil, der gerade bei den jungen Leuten immer gefragter wird.

Wir machen es umgedreht. Wir haben viele Jahre in Deutschland in geregelten Jobs verbracht und wir tingeln irgendwann als Nomaden mit unserem Womi durch Europa. Weil, wenn nicht jetzt – wann dann?

Danke liebe Nina für die Einladung einen Gastbeitrag zu schreiben. Es hat mir sehr viel Freude bereitet.

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KategorieUnterwegs

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