Mein Monat ohne Social Life | Selbstbestimmter Leben

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Mein Monat ohne Social Life | Selbstbestimmter leben

Heute ist der letzte Tag im Juli und somit endet morgen eigentlich meine offizielle Sommerpause. Ich hatte sie mir ganz bewusst gegönnt und es war eine der besten Ideen seit langem. Nicht nur, dass ich mich in dieser Zeit ganz absichtlich vom Social Life abgewendet habe, ich habe mich auch meinen eigenen Bedürfnissen wieder aktiv zugewendet.

Es war eine tolle Erfahrung und so viel sei verraten, in abgespeckter Form, werde ich den August noch ähnlich „abwesend“ verbringen. Was sich gut und richtig anfühlt, kann nicht falsch sein. Und es war auch nicht so, dass ich die Füße hochgelegt habe. Ein bisschen vielleicht aber dafür ganz achtsam. Trotzdem habe ich eine Menge geschafft in diesem Monat und es sind eine Menge Dinge „einfach“ passiert. Es gab plötzlich viel Raum dafür.

Durch die Zeit, die ich nicht im Netz rumhing, gab es auch wieder mehr Quality Time für mich und meinen Hund. Man glaubt es kaum, dass die Netzwerke so viel an Zeit fressen aber es ist wirklich so. Dieses ständige online sein, hat mir in den letzten Monaten sehr viel Kraft und Energie geraubt und das galt es vornehmlich zu ändern. Jetzt werde ich bewusster damit umgehen. Ein erster Schritt ist getan.

Und was war noch so los in unserem Juli?

Von Anfang an haben wir unseren Rheinspaziergang am Vormittag ritualisiert. Der Sommer ist plötzlich ausgebrochen und schon lange nicht mehr, habe ich ihn so genossen. Die Hitzewelle war noch kein Thema, was es uns allerdings jetzt zum Ende doch sehr beschwerlich macht. Der Rhein verschwindet in seinem Bett und die Vermüllung am Ufer und auf den Wiesen nimmt täglich zu. Für Hundepfoten sehr gefährlich und für das Auge unerträglich.

Trotzdem waren und sind unsere Spaziergänge Streicheleinheiten für unsere Seelen. Besonders weil der Blick auf das Handy immer mehr wegfällt. Überhaupt stellt sich bei mir eine unbekannte Gelassenheit ein, womit ich anfangs nicht gerechnet habe. Zu groß war die Befürchtung, ich könnte etwas verpassen. Aber ich kann sagen, dem ist nicht so. Und plötzlich fällt mir auf, wie wenig sinnvoll es ist, sich den ganzen Tag online zu beschäftigen. Mein Verzicht hat Platz geschaffen. Ein schöner bunter Blumenstrauß an neuen Impulsen.

Was mir im Nachhinein aufgefallen ist, es ist egal, ob du an der medialen Welt von deinen „Freunden“ teilnimmst oder nicht. Das Leben dort geht weiter, mit oder ohne dich. Kaum jemand fragt aktiv nach, wie dein Leben jetzt so läuft. Eigentlich traurig. Und andererseits ein Indikator für wirkliche Freundschaften. Denn diese Menschen melden sich nach wie vor. Sie sind einfach da. Egal wo du bist.

Weitere Highlights

Unter anderem zwei Veröffentlichungen in den Magazinen Tina (04.07.) und Lisa (11.07./ Auszug s.u.). Der Artikel der Lisa war ganz wunderbar geschrieben und ich habe mich riesig darüber gefreut. Ein Blick auf mich, meine Arbeit und das Thema Hochsensibilität. Zwischendurch dachte ich, vielleicht ist das nicht der richtige Weg, den ich da gerade einschlage aber genau das Gegenteil ist der Fall. Die Rückmeldungen geben mir ein gutes Gefühl und haben mich auch durch diesen Monat getragen.

Genauso wie die Ausbildungswoche „Gesprächspsychotherapie nach Rogers“. Mit 16 anderen Teilnehmern/innen durfte ich mal wieder erfahren, wie es sich anfühlt mit unbekannten Menschen zu arbeiten und sich innerhalb kürzester Zeit aufeinander einzulassen. Wertschätzend, empathisch und mit viel Respekt für andere Lebensmodelle und Geschichten der jeweiligen Person. Großartig und intensiv.

Man versinkt in einer Art Mikrokosmos und viele Emotionen kommen auf den Tisch. Bei mir hat es sehr schnell Klick gemacht, Rogers ist (auch) ein Gefühl. Da ich in meiner Coaching Ausbildung sehr viel über Fragetechniken und möglichst zielorientierte Vorgehensweisen gelernt habe, war ich sehr angetan von dieser ganz anderen Herangehensweise.

Sie lässt viel Raum für das Gespräch und das aktive Zuhören. Das passt viel besser zu mir und meiner Intuition. Überhaupt hat Intuition in diesen Tagen eine sehr große Rolle für mich gespielt. Ja, so möchte ich arbeiten und meine Intuition leben.

Mein Monat ohne Social Life | Selbstbestimmter leben

Was passiert mit einem, wenn man sich selber wieder Raum gibt und freier atmen kann?

Man lässt los, lässt sich fallen oder auch treiben und gibt neuen Dingen und Sichtweisen eine Chance. Mir geht es so gut, wie seit langem nicht mehr. Ich achte auf meine innere Stimme, lebe bewusster. Auch das bekommt deine Umwelt mit und geht viel offener auf dich zu und ein.

Natürlich habe auch ich das ein oder andere Wehwehchen. Auch Stimmungsschwankungen kenne ich zur genüge aber noch nie ist es mir so gut gelungen wie jetzt, damit in meinem Sinne wertschätzend umzugehen. Mein „inneres Kind“ hat mir plötzlich wieder seine Hand gereicht und schaut zu mir auf. Viel zu lange wollte ich es nicht dabei haben und habe es ignoriert.

Dieses Bild hat eine andere Teilnehmerin der Fortbildungswoche aus mir „rausgekitzelt“ bei einer Übungsrunde. Eine wichtige Erkenntnis und so sinnbildlich für mich und mein Leben. Oft habe ich dagegen gehalten und mich gefragt, was bei mir nicht stimmt. Diese Stimme wird immer leiser und ich akzeptiere mich, wie ich bin. Eine gute Basis für meine weitere Arbeit und anstehende Ausbildung zur Heilpraktikerin für Psychotherapie.

Last but not least

Und noch ein kleines Projekt hat zum Ende des Monats endlich die richtige Aufmerksamkeit erhalten. Und dies hat dann auch wieder mit den Vierbeinern zu tun. Schon seit einigen Monaten arbeite ich mit einer Freundin daran. Nun haben wir endlich gesehen, dass wir einen großen Schritt weiter sind und stolz sein können, was da entstanden ist und bald unter die Leute darf. Durch weniger Ablenkung war auch dafür mehr Zeit übrig.

Wenn ich so zurück schaue auf diese Tage, dann finde ich es fast unglaublich, was in so einem Monat alles passieren und wachsen kann. Es bereichert mich sehr und kann in keinster Weise mit sozialen Netzwerken Schritt halten. Der Austausch mit der realen Welt ist Balsam für die Seele und auch wichtig, um zu fühlen und zu spüren. Das eigene „Ich“ will mehr als den Blick auf den Bildschirm und die schnellen Klicks.

Sich Zeit für sich selber nehmen und auch mal „Nein“ sagen, um seine Bedürfnisse wieder besser zu erkennen und ihnen einen Platz zu geben, das kann viel bewirken. Manchmal vielleicht auch mit einer nicht so schönen Erkenntnis, wenn die ganze Ablenkung mal zur Seite geschoben wird. Aber genau das braucht unser Organismus, die Beschäftigung mit dem wahren Leben.

Viel zu oft sind wir ganz betäubt von den ganzen Zeiträubern und Energiefressern. Spätestens dann, wenn uns ein Gefühl der Ohnmacht beschleicht, sollte man die Handbremse ziehen und sich gegen das große Rauschen entscheiden.

Innehalten, tief einatmen und das Herz sprechen lassen.

Probiert es einfach aus. Ich verspreche euch, es wird großartig!


An dieser Stelle möchte ich mich bei Menschen bedanken, die diesen Juli so besonders gemacht haben. An erster Stelle steht natürlich noch meine Frida! Mein Wegweiser und Stimmungsbarometer für jeden Tag.
Und dann:

♡ Meine Mama, die mir immer wieder zeigt, wie wichtig es ist, sich nicht unterkriegen zu lassen.

♡ I. Pohl von Thalamus und eine ganz besondere Fortbildungswoche und dein Glaube an jeden Menschen.

♡ Inga Mücke. Es macht mir so viel Freude mit dir zu arbeiten, wenn ich sehe, wieviel Herzblut du in unsere Sache steckst. Danke, dass du mich gefragt hast!


Mein Monat ohne Social Life | Selbstbestimmter leben
Lisa | Ausgabe vom 11.07.18
KategorieHochsensibilität

von

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