Unterwegs mit der Wandersfrau

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Unterwegs mit der Wandersfrau

Endlich komme ich dazu über diesen wundervollen Wanderkurs zu schreiben. Fast hätte ich meine Eindrücke für mich behalten und das wäre wirklich schade gewesen. Einen ganzen Tag unterwegs mit einer kleinen Gruppe Frauen, die die Natur und das Wandern genauso lieben wie ich, fand ich verlockend. Genauso wie das Motto.

„Selbstsicher Wandern im Bergischen Land“

Wandern gehe ich schon seit meiner Kindheit. Für mich ist es völlig normal durch den Wald zu ziehen und neue Wege zu erkunden. Trotzdem habe ich im Laufe der Zeit festgestellt, dass ich mit dem Alter vorsichtiger werde und eine gute Planung durchaus zu schätzen weiß. Früher bin ich gerne mal „kopflos“ gestartet und habe mich jedes Mal über mich selber geärgert. Zum Beispiel, weil ich nichts zu trinken dabei hatte.

Auch, wenn ich sehr viel alleine draußen bin, mich gut orientieren kann und relativ sicher fühle, gibt es in der Beschreibung der Veranstaltung einige Punkte, die ich gerne nochmal vertiefen möchte. Ich fühle mich einfach besser, wenn ich weiß, wie ich mit kleinen Hilfsmitteln sorgloser meinen Weg gehen kann.

Folgende Punkte stehen auf dem Plan der Wandersfrau Jessica Schmitz:

  • Orientierung auf einem Wanderweg anhand der Beschilderung
  • Verhalten bei Verlaufen auf einer Wanderung
  • Kartenkunde, Orientierung anhand der Wanderkarte
  • Einnorden der Karte mit einem Kompass
  • Smartphoneunterstützung bei der Orientierung
  • Abschnittsweise alleine wandern
  • Tipps zur Routenplanung und dem alleine Wandern

Treffpunkt ist der Bahnhof in Rösraht-Hoffnungsthal. Die 12 km lange Tour führt uns über die Bergischen Streifzüge mit der Nummer 15, den Bergbauweg. Ich mag die Streifzüge sehr, denn sie sind immer gut markiert. Es gibt große Schilder mit Zeitgeschichte und Geschichten zu den verschiedensten Themen und außerdem eine Menge zu sehen. Frida und ich haben schon einige davon erwandert, unter anderem den Waldmythenweg.

Unterwegs mit der Wandersfrau im Bergischen Land

Karte, Kompass & Co.

Jessica nimmt uns nach den ersten Kilometern zur Seite und klärt uns auf über verschiedene Ausführungen von Kompass, Wanderkarte und markante Wegmarkierungen. Alles darf selber ausprobiert werden und alle Fragen werden mit viel Know How beantwortet. Wenn Frauen „einfach“ in der Gegend rumstehen, mit Karte in der Hand, ist die Hilfsbereitschaft älterer Herren auf Fahrrädern nicht weit. Sofort werden wir freundlich angesprochen mit der Frage, ob wir unseren Weg nicht finden können …

Vier Frauen verlaufen sich nicht so schnell und seine Hilfe lehnen wir dankend und schmunzelnd ab. Weiter geht es. Durch Wald und über Wiesen, vorbei an Schafs- und Kuhherden, rauf und runter, nicht zu anspruchsvoll vom Gelände her aber dafür sehr abwechslungsreich. Zwischendurch können wir immer wieder in kleinere Täler blicken. Selbst das Wetter meint es gut mit uns. Je länger wir unterwegs sind, desto schöner und wärmer wird es.

Unterwegs mit der Wandersfrau im Bergischen Land

Smartphone an

Vor der Wanderung hat Jessica uns den Tipp gegeben eine App auf unser Handy zu laden, um Karten auch im Offline Modus zu nutzen. Wandertouren können damit ganz einfach selbst zusammengestellt werden unter verschiedenen Aspekten und ganz nach eigenem Gefallen und Können. Auf unserem Weg haben wir dann immer wieder einen Blick auf das Handy geworfen. Auch wenn die App einen jährlichen Beitrag kostet, ist es eine Investition, die sich definitiv lohnt.

Wir machen zwei größere Pausen mit kleinem Picknick. Jede von uns hat sich einen Rucksack gepackt und die Stimmung ist angenehm und entspannt. Es passt einfach mit uns. Ich finde unseren Austausch sehr spannend, unter anderem was die anderen in den Kurs treibt und dass sie ihre persönlichen Erfahrungen und Empfindungen in dieser Gruppe teilen. Verschiedener könnten wir nicht sein aber die Liebe zur Natur, verbindet uns an diesem Sonntag alle.

Alleine Wandern hat seine ganz eigene Dynamik. Und genau darum geht es bei der Wandersfrau und in diesem Kurs. Seinen eigenen Takt zu finden und sich auf das Erlebnis einzulassen. Das gelingt uns allen richtig gut an diesem Tag.

Nach unserer letzten Pause, werden die noch fehlenden Kilometer alleine zurückgelegt. Dafür bekommen wir den Teilabschnitt des Weges als laminierte Karte in die Hand gedrückt.
Auch, wenn es bis jetzt schon wunderschön war, freue ich mich auf diesen Teil am meisten. Es kribbelt richtig in meinem Bauch. Fast wundere ich mich ein bisschen aber ich weiß ganz genau, warum das so ist.

Auch ich laufe ganz alleine, ohne Frida. Sie hat mir auf unseren Runden sehr viel Stabilität und ein Gefühl von Sicherheit gegeben. Mit ihr hatte ich nie Angst und ich habe mich auf sie verlassen bzw. auf uns und unser Gespür. Wir waren ein gut eingespieltes Team. Sensibel für unsere Umwelt und immer im Einklang.

Unterwegs mit der Wandersfrau im Bergischen Land

Wenn die bessere Hälfte fehlt

Da ich nun auch ganz bewusst alleine starte, bemerke ich eine neue Form der Aufmerksamkeit bei mir. Meine Sinne sind noch geschärfter. Frida lief meist vor mir und ich habe sofort registriert, wenn sie etwas witterte oder beunruhigte. Sie hat diese Stimmung schon vorher aufgefangen.

Jetzt nehme ich genau wahr, was ich vielleicht manchmal mit ihr, wie durch einen Filter übermittelt bekommen habe. Es ist wie ein kleiner Aha-Effekt. Geräusche, Bewegungen und Veränderungen in der Umgebung dringen noch schneller zu mir durch. Ich lasse mir viel Zeit um diese Erkenntnis aufzunehmen.

Meine Achtsamkeit setzt nochmal richtig Adrenalin und Glückshormone bei mir frei. Es fühlt sich an, als würde es in meinen Adern prickeln. Aber es ist auch dem Weg und dieser herrlichen Natur geschuldet, dass ich mich an diesem Tag so gut fühle und ganz im Eiklang mit mir und der Natur.

Meine liebste Begleiterin ist nicht mehr dabei und ich denke oft an Frida auf dieser Wanderung. Trotzdem ist es so, als würde sie vor mir her springen, immer wieder stehen bleiben und mich anlächeln.

„Ich weiß genau, was du fühlst.“

Sie wird mich immer begleiten in meinen Gedanken.

Der Weg zeigt sich zum Schluss noch verwunschener zu meiner Freude. Und es ist sehr gut durchdacht von Jessica, wie sie den Ablauf zum Thema „Selbstsicher Wandern“ gestaltet. Auch Menschen, die vielleicht noch nicht so sicher da draußen unterwegs sind, können hier eine Menge lernen und Vertrauen aufbauen. Jessica geht als letzte, nach dem sie uns alle alleine losgeschickt hat. So kann auch wirklich niemand verloren gehen. Zur Not gibt es ja noch das Smartphone.

Wir alle kommen mit einem Dauergrinsen am vereinbarten Treffpunkt an. Die eine mit Kräutern in der Hand, die andere glücklich, ihre ersten Kilometer alleine gemeistert zu haben. Und ich?
Ich habe erneut gemerkt, wie sehr ich die Natur brauche und wieviel sie mir jedes Mal schenkt mit allem, was sie zu bieten hat. Dieses besondere Gefühl findet man nur da draußen, wenn man sich auf den Weg macht.

Unterwegs mit der Wandersfrau im Bergischen Land

Ganz zum Schluss bekommen alle Teilnehmerinnen noch ein kleines Geschenkpaket überreicht zwischen Kaffee und Kuchen. Mit dabei, ein Selfiestick, der uns animieren „soll“, möglichst viel und alleine rauszugehen und uns und die Natur festzuhalten. Ich bin mir sicher, dass lassen wir uns nicht zweimal sagen!

Vielen Dank an Jessica und die tollen Mädels, die diesen Tag zu etwas ganz Besonderem gemacht haben.


 

Laut neuer Datenschutzverordnung gibt es einige Hürden, die man nun auf seinem Blog und der Webseite in Kauf nehmen muss bzw. darauf explizit hinweisen. Leider. Deswegen schreibe ich hier [„Achtung Werbung weil Namensnennung.“] Das kann eine andere Seite, eine Person, ein Ort und noch vieles mehr sein. Aber es ist definitiv keine bezahlte Werbung, sondern ich habe den Kurs bei Jessica aus freien Stücken gebucht und wollte ihr mit diesem Blogbeitrag einfach nur „Danke“ sagen.

Alle Teilnehmerinnen haben sich mit der Veröffentlichung ihrer Bilder einverstanden erklärt.

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