Rømø | Kleine Insel großes Glück | Urlaub mit Hund

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Endlich Urlaub, endlich wieder Dänemark. Auch, wenn dieses Land durch sein umstrittenes Hundegesetz immer wieder mit Füßen getreten wird, die Landschaft und auch die meisten Menschen, denke ich, haben das nicht verdient. Ja, Tierschutz ist eine Einstellung und auch ich finde viele Dinge sehr sehr traurig und nicht gerecht aber dann müssen wir auch immer wieder vor der eigenen Tür in Deutschland kehren. Leider ist auch hier nicht alles Friede, Freude, Eierkuchen.

Rømø. Eine Insel. Eine kleine Insel.

Viel Sand, viel Heide, viel Natur, viel Ruhe. Genau das, was ich mir unter Urlaub mit dem Vierbeiner vorstelle. Was für andere ein Albtraum ist, ist für mich die pure Leidenschaft. Je älter ich werde, desto mehr suche ich solche Orte. Ich habe festgestellt, dass Dänemark viel von dem besitzt, was ich brauche und so liebe. Das erste Mal war ich im Sommer 2014 dort. Unglaublich lange hat es gedauert, dass ich dieses Land kennen und lieben lernen durfte.

Bekennende Dänemark Fans!

„Die 128,86 km² große Insel hat 584 Einwohner (Stand: 1. Januar 2017) und ist über den Rømødæmningen (dt.: Röm-Damm) mit dem Festland verbunden.“ (Quelle Wikipedia)

Am Tag unserer Abreise regnet es und es ist mal wieder grau in grau. Kommen wir doch gerade aus dem Rheinland und hatten viel Sonnenschein, ist Hamburg mal wieder für das Kontrastprogramm zuständig. Egal, wir bleiben nur eine Nacht, dann wieder Koffer ins Auto und los. Ich liebe es über die Autobahn noch weiter gen Norden zu fahren. Jedes Mal habe ich ein wohliges und gespanntes Gefühl im Bauch. Wie in der Kindheit, wenn die ganze Familie in Urlaub gefahren ist. Heute fahre ich mit meinem Hund und wir genießen es beide sehr.

Hinter der Grenze sind die Straßen leer und auch hier hält das ungemütlich Wetter an, bis auf einen kurzen Abschnitt kurz vor dem Röm-Damm. Dieser verbindet das Festland mit der Insel und ist wirklich imposant. Ich sehe fast nichts, nur Wasser, Nebel und Gischt. Ich will nicht meckern aber es sieht gerade sehr unfreundlich aus. Auf Dänemark muss man sich einlassen können. Und auch bei der Anfahrt merke ich, wie es jedes Mal so ist bei mir. Deswegen lasse ich mich nicht beeindrucken. Wenn man die Fantasie spielen lässt, sieht man die Wikinger in der Ferne segeln … Tolle Vorstellung.

Wir wohnen in Bolilmark, mitten in der Heide.

Überall auf der Insel finden sich kleine Ferienhäuser. Tür auf und man steht im Grünen oder am Wasser. Hier werden manche Menschen ihre Problemchen bekommen, denn man hört fast nichts. Läuft kein Fernseher, Radio oder das I-Pad, dann kann man schon mal die Ohren rauschen hören. Gerade nachts ist das für Städter erst mal gewöhnungsbedürftig. Und das zweite, es ist stockdunkel. In den ersten beiden Nächten habe ich richtige Orientierungsprobleme, weil die Augen sich nur ganz langsam an diese Dunkelheit gewöhnen und Umrisse erkennen lassen. Genau das aber, sorgt für einen tiefen und erholsamen Schlaf. Back to nature!

Traumhaus in Bolilmark

Auch Frida hat so ihre liebe Not mit der Dunkelheit. Sie findet das Bett nicht mehr bzw. verpasst schon mal den Absprung nach oben. Innerlich muss ich lächeln und helfe ihr hoch. Wohlig grunzend liegt sie unter der Bettdecke in meinen Kniekehlen. Keine Wärmflasche kann diese natürlich kleine Wärmequelle ersetzten. Ich bin so dankbar für diese einfachen und ganz besonderen Momente mit ihr. Morgens lasse ich die Rollläden hoch und schaue in den knallblauen Himmel. Danke. ♡

Auf der Insel gibt es einige Sehenswürdigkeiten. Wir klappern wenige ab. Mir ist es lieber ohne. Trotzdem kommt man nicht drum rum, wenn die Fläche begrenzt ist. Die Insel erwandern oder mit dem Auto von ganz oben nach ganz unten fahren und immer wieder abbiegen um neue Örtchen zu entdecken, das macht wirklich Spaß. Und na klar, warum sind wir auch hier? Wegen der tollen Strände! Davon gibt es einige. Entweder fährt man nach Lakolk oder an den Sønderstrand. Es ist wie in St. Peter Ording. Unendlich viel Sand und Wasser. Für Hunde ein Paradies und für gestresste Menschen auch. Hier kann man den Vierbeiner endlich mal flitzen lassen.

Aber Achtung. Hier darf man mit dem Auto an den Strand fahren! Bei Ebbe, man beachte die Tide, kann man bis ans Ende der Welt fahren. So macht es den Eindruck. Erst finde ich das nicht so toll. Man gewöhnt sich aber daran, weil es jetzt doch eher ruhig ist und nicht viel los. Und es sieht manchmal aus, wie auf dem Mond, wenn ein Auto am Horizont auftaucht oder im Nebel versinkt. Und Platz ist genug da, um dem Ganzen aus dem Weg zu gehen. Es gibt eine Menge Aktivitäten und Festivals auf Römö. Darüber sollte man sich im Vorfeld informieren, wenn man den Trubel nicht so mag.

Wichtigstes Utensil: Gummistiefel und Regenjacken

Gleich am ersten Tag werden wir bis auf die Haut nass. Wenn der Wind den Regen in die kleinsten Ecken der Klamotten treibt, dann weiß man gute Funktionskleidung zu schätzen. Mich hat es kalt erwischt. Am nächsten Tag wird noch eine Ersatzregenjacke in der Einkaufsmeile von Lakolk ergattert. Hier kann man viele Schnäppchen machen und ich bin ganz glücklich mit meiner Pünktchenjacke. Dicke Socken gibt es auch noch. Warme Füße und Hände sind für mich das Wichtigste. Frida hat ihren Regenmantel mit Fließ. Den brauch sie bei so einem Wetter auch. Im Alter kann man schon mal frieren. Ich kann das bestätigen. 😉

Lieblingsgummistiefel von Aigle

Nach solchen Naturgewaltmärschen bekommt man definitiv Hunger. Dann fällt man am besten bei den Dänischen Bäckereien ein, denn die sind unschlagbar und vor allem süß! Leckere Kuchen und Teilchen gibt es und die haben Suchtfaktor. Da ich eh dem Süßkram verfallen bin, ist das ein Highlight für mich. Und auch der Terrier bekommt immer etwas nach unserer Wanderung zu beißen. Sie soll ja kein Hundeleben führen. Auch wenn sie immer auf mein Teilchen schielt, das teile ich nicht. No chance!

Ein schöner Tipp ist das Antik Café Hattesgaard. Hier kann man wunderbar draußen sitzen, wenn das Wetter es zulässt.

Vom Süden der Insel, in Havenby, kommt man mit der Fähre nach Sylt. Wenn man am Søndertrand entlang läuft, sieht man sie an der Wasserlinie entlang fahren. Von hier aus kann man bis zur anderen Insel schauen und auch durch das Watt in Richtung Sandbänke wandern. Der Blick erschlägt einen fast, so toll ist die Aussicht. Rømø ist eine Pferdeinsel und man sieht immer wieder Reitergruppen durch das Watt galoppieren. Das lasse ich dieses Mal aus, auch wenn ich ganz sehnsüchtig hinterher schaue. Dann gehen wir halt ein Fischbrötchen essen im Hafen von Havneby. Ich mag diese skurrile Romantik von Schmuddel, Schiffen und Arbeit. Mit Brötchen und Hund sitze ich mit Blick auf das Watt. Einfach nur herrlich. Warum bin ich eigentlich keine Dänin???

Hafenromantik pur

Wie es so ist, rennt die Zeit und die Tage vergehen schon wieder zu schnell. Trotzdem stellt sich bei mir Erholung ein und ich bin voller Energie. Bei unseren Wanderungen durch die Heidelandschaft grinse ich glücklich vor mich hin und auch Frida rennt die Wege, wie vom Blitz getroffen, immer wieder rauf und runter. Mir geht das Herz auf. Selten erlebe ich sie so glücklich aber das Gleiche gilt für mich. Wir ticken wie ein altes Ehepaar und ich glaube, sie weiß genau wie ich mich fühle. Wenn sie unvermittelt stehen bleibt und mich anschaut, dann sieht sie genau in mein Herz. Unsere Verbindung ist so großartig. Ich möchte garnicht mehr nach Hause weil ich mir das bewahren möchte.

Besonders gefallen hat mir der höchste Berg der Insel in der Heide von Bolilmark, der Høstbjerg. Er liegt mit 19 m über dem Meeresspiegel und man kommt über Holzstufen ganz nach oben. Von hier aus hat man einen fantastischen Ausblick.

Was ich an der Insel besonders mag?

Die Natur! Sie ist sehr ursprünglich, manchmal sogar karg und rau. Trotzdem hat sie etwas sehr einladendes und vor allem gibt es trotz ihrer Größe viel zu entdecken. Man kann seine Ruhe genießen aber auch andere Insulaner treffen. Die Menschen sind sehr sehr freundlich und man fühlt sich irgendwie Zuhause nach kurzer Zeit. Kinder und Hunde haben viel Platz und wenn man sich an Regeln hält, können auch alle ihr Ding machen. Die Ferienhäuser sind toll eingerichtet, manche haben einen Whirlpool oder ein kleines Schwimmbad. Eine normale Ausstattung tut es aber auch! WLAN gibt es in den meisten Häusern. Heutzutage geht es ja nicht mehr ohne.

Dänemark ist eine Reise wert, auch mit Hunden! Ich kann nur jeden dazu anregen. Mit den endlosen Stränden, Wäldern und Dünenlandschaften ist es absolut unschlagbar um sich auszutoben. Gerade für sensible Menschen und Seelchen, ist dieser Flecken Erde perfekt. Runterkommen und genießen. Bei sich sein und bleiben. Handy aus und ein Buch lesen. Die Fantasie wird angeregt und ich bin mir sicher, hier wird jeder irgendwie eine kreative Ader entdecken oder sich selber. Jede unserer Reisen in den letzten drei Jahren hatte seinen ganz besonderen Zauber. Landschaftlich gibt es für uns jedes Mal den WOW- bzw. WAU-Effekt.

Der Röm-Damm

Auf unserer Heimfahrt nach Hamburg scheint die Sonne. Nun erkenne ich auch den Röm-Damm in seiner ganzen Pracht. Ich halte nochmal an und mache ein paar Fotos. Wir kommen wieder, garantiert. Und noch etwas ist mir sonnenklar geworden. Ich bzw. wir, gehören in die Natur. Wir sind keine Stadtkinder. Die Erkenntnis habe ich ja schon lange aber viel zu lange habe ich sie ignoriert. Deswegen werden wir uns aus Hamburg verabschieden. Wann genau und wohin es geht, da bin ich noch nicht so sicher aber es wird Zeit für uns, wieder achtsamer mit unseren Bedürfnissen zu leben und nicht gegen sie.

Danke Dänemark ♡

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Ein Boot, ein Hund und ein kleines Paradies
Kleine Auszeit, große Achtsamkeit
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Kommentare 2

  1. Hey,
    ich fahe seit nunmehr 23 Jahren in die Richtung (Ich glaube, ich werde alt).
    Urlaub machen wir zwar auf der deutschen Seite bei Niebüll, aber Römö gehört jedes Jahr dazu und ich bin riesiger Fan von Lakolk und dem Strand dort. Wir waren schon zu allen Jahreszeiten da, baden von Juni bis September erlebt und zahlreiche Autos bei eintretender Flut rausgesschoben und dafür ein kaltes Bier bekommen 😉
    Wegen des Gesetzes rund um den Hund mache ich mir gar keine Sorgen, und Adgi ist ein Dobermannmix. Die erste Zeit wurde das Gesetz sehr hart verfolgt, aber mittlerweile sind die Dänen weicher geworden. Du wirst im Härtefall „nur“ noch des Landes verwiesen.
    Aber in Römö gibt es Hundestrandabschnitte und in der Nebensaison sagt auch keiner was. Wir haben den Dicken einfach immer an der Schleppleine und in der Stadt an der normalen Leine.

    Liebe Grüße

    Anika, Adgi und Scar, die die Liebe zu Römö nicht minder teilen

  2. der weisse hund 5. November 2017

    Ach wie schön, auch Dänemark Fans! 🙂 Ich mag das Land und habe schon viele schöne Momente dort erlebt. Toll, dass du auch so gute Erfahrungen gemacht hast und es teilst mit uns! Danke dafür. Und „alt“ ist ja immer relativ zu betrachten … 😉 Liebe Grüße und einen schönen Sonntag für euch

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