Mein Hund im Hier und Jetzt

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Gestern war es wieder soweit. Frida und ich fahren in die Tierklinik. Ich habe Angst. Angst um diesen kleinen weissen Hund, der nun schon sein ganzes Leben mit mir teilt und auf die Zahl 11 zu rast. Bis zum letzten Jahr habe ich mir wenig Gedanken über das Alter meines Hundes gemacht. Dann kam die 10! Und auf einmal denke ich daran, wie es sein wird, eines Tages ohne sie wach zu werden und ohne sie einzuschlafen …

Hört sich fast wie in einer guten Beziehung an.

So ist es auch. Wir sind ein Team, wir teilen fast alles und sie steht immer an erster Stelle. Seit ihrem Geburtstag – „Happy Birthday, Frida“ -, habe ich sie im Fokus. Eigentlich schon immer aber ein falscher übermütiger Sprung von ihr, hat mir nie Gänsehaut bereitet. Heute ist das anders. Nicht, dass ich sie in Watte packe. Ein Terrier bremst sich nur selten selber und wenn, ist wirklich etwas nicht in Ordnung und meist dann auch schon irreparabel … Indianer kennen keinen Schmerz. Terrier sowieso nicht.

Frida hat einige Lipome. Ein Lipom wird auch als gutartige Fettgeschwulst bezeichnet. Nicht schön aber auch nicht dramatisch. Als Welpe hatte sie bereits ein Knopfgeschwür am Hinterbein, welches der Tierarzt sofort entfernt hat. Danach war Ruhe. Irgendwann spürte ich aber die erste kleine Beule am Hals und war alarmiert! Die Beule wuchs.

Ich weiß nicht, wie oft ich beim Tierarzt und beim Heilpraktiker war, um mir irgendwelche Sicherheiten in Punkto ihrer Gesundheit abzuholen. Wer will schon das Wort Krebs hören? Niemand! Seit dem auch unsere Vierbeiner immer mehr mit dieser widerlichen Krankheit zu kämpfen haben, bin ich hellhöriger geworden. Und im Netz findet man immer die passenden Geschichten dazu, die einem einen Schauder über den Rücken jagen. Auch unsere Hunde leiden immer mehr unter den sogenannten Zivilisationskrankheiten.

Kein Arzt kann einem sagen, was man hören möchte – „Es ist alles gut!“.

50/50. Heißt, es kann gutartig sein oder eben auch nicht. Aber alle waren sich bis jetzt immer einig, dass man den Hund nicht aufschneiden solle. Ich wollte das sowieso nicht! Also lebt Frida jetzt schon viele Jahre mit ihrer Beule am Hals und einer großen hässlichen Warze am Oberschenkel. Auch das ist bestenfalls ein Schönheitsmakel.

Trotzdem waren wir gestern nun doch im Kompetenzzentrum Kleintiermedizin am Niendorfer Gehege. Warum? Weil ich neue Unregelmäßigkeiten ertastet hatte, unter ihrem Bauch und der Schenkelinnenseite …

Bin ich hysterisch. Ja. Ab und zu schon. Aber gerade bei solchen Sachen sage ich mir, lieber ein Mal zu viel zum Arzt als zu wenig. Man hat doch eine Verantwortung seinem Hund gegenüber! Vo einigen Jahren hat man das vielleicht noch lockerer gesehen. Aber ich möchte keinen Hund, der leidet. Wie gesagt, ein Terrier macht oft gute Miene zu bösem Spiel.

Was tun?

Zum ersten Mal habe ich eine Biopsie machen lassen. Dem Körper werden dadurch Gewebeproben entnommen mit einer ganz feinen Nadel. Jetzt werden sicherlich wieder viele Menschen aufschreien und Einwände bringen. Von mir aus. Ich kenne sie und auch ich habe mir meine Gedanken dazu gemacht.

Trotzdem war es für mich der richtige Weg um eine Aussage zu bekommen. Auch das ist nicht 100 % sicher, wenn man nicht die „richtigen“ Zellen bei der Entnahme erwischt. Aber ich fühle mich nicht mehr so hilflos. Ich möchte mir nicht jeden Tag Gedanken machen.

Frida war tapfer und hat es geduldig ertragen. Zum Schluss hat die Wurst wieder alles gerade gerückt in der Terrierwelt. Und bei mir hat sich die Unsicherheit erst mal gelegt. Abwarten und Tee trinken, ist nicht meine Einstellung.

Warten müssen wir jetzt trotzdem noch auf das Ergebnis. Die Ärztin hat sich sehr viel Zeit genommen. Ich habe abends eine Email unter Tränen an die Klinik geschrieben und von meiner Unsicherheit und meinem „Scheiß Gefühl“ erzählt und bekam für den nächsten Nachmittag einen Termin.

Frida mag keine Tierärzte. Aber ich gehe auch nicht gerne ins Krankenhaus! Trotzdem muss ich sagen, dass man sich dort sehr gut aufgehoben fühlt und einem wirklich alles erklärt wird, ohne immer wieder nachfragen zu müssen. Außerdem habe ich mir dieses Zentrum ausgeguckt, weil es auf Onkologie spezialisiert ist u.a..

Ich will hier keine Werbung machen aber das Bild des Tierarztes wird in der letzten Zeit doch sehr oft ramponiert und ehrlich gesagt, verstehe ich das nicht wirklich. Natürlich sind nicht alle Götter in weiß und unsere Ansprüche an sie, haben sich sicherlich rasant nach oben geschraubt in der letzten Zeit. Und das kommt nicht von ungefähr, wenn jeder immer seine Denke zu allem dazu geben muss … Jeder weiß es halt besser heutzutage!

Trotzdem gehe ich immer noch lieber zu dem Arzt meines Vertrauens als mich auf seltsame Behandlungsmöglichkeiten, die nicht aus der Schulmedizin stammen, einzulassen. Außer Akupunktur. Damit haben wir auch schon sehr gute Erfahrungen gemacht. Und ja, manchmal auch mit Globuli etc. Aber ist es vielleicht auch der feste Glaube daran, der Bäume versetzt? Ich weiß es nicht aber natürlich ist es schön, wenn auch das helfen kann. Es gibt immer zwei Seiten! Da sollten wir alle toleranter werden und erst mal fragen: „Wer sagt das und woher kommt das?!“ …

Und was denkt der Hund?

Frida ist es (vielleicht) egal. Sie lebt im Hier und Jetzt. Ich beneide sie um diese Einstellung. Man könnte natürlich auch argumentieren, dass Tiere in der freien Wildbahn einfach sterben, wenn sie es nicht mehr schaffen. Krank zu sein, bedeutet meist irgendwann zurückgelassen zu werden, wenn nichts mehr geht. Man kann sich nicht mehr verteidigen, ist schutzlos.

Wer weiß, ob unsere Hunde darüber nachdenken. Das ist dann doch sehr philosophisch aber was wissen wir denn schon über unsere Hunde in der Beziehung? Recht wenig wie ich finde aber so lange ich einen Hund zu meinem Freund mache, der mir vertraut, werde ich alles versuchen, was in meiner Macht steht, um ihm das Leben so angenehm wie möglich zu machen. D.h., sich um sein körperliches und seelisches Wohlbefinden zu kümmern und das bis zum Ende!

 

Was macht einen guten Tierarzt für mich aus? Er nimmt sich Zeit, erklärt alles in Ruhe, redet einem keine unsinnigen Maßnahmen auf und er ist freundlich, vor allem zum Hund! Er lässt den Halter selber helfen und schickt einen nicht raus. Alles schon vorgekommen. Natürlich sollte er kompetent sein und meinen Hund ganz besonders toll finden. 😉

Hier meine Top 3 im Raum Hamburg. Die Reihenfolge ist kein Maßstab!

Praxis für Kleintiere Katja Taubhorn
Nottierarzt Hamburg
Kompetenzzentrum Kleintiermedizin

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