Umzug mit Hund – Augen zu und durch

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Einige haben es ja schon mitbekommen. Wir sind endlich umgezogen. Manche werden mich belächeln aber ich finde Umzüge fürchterlich und belastend. Das war jetzt unser 6. (!) innerhalb von 3 Jahren in Hamburg. Fragt mich bitte nicht warum …

Meine größte Panik „Wie geht es meinem Hund damit?!“.

Veränderungen sind für manche Hunde ein rotes Tuch und führen nicht selten zu Wehwehchen, die man vielleicht erst mal garnicht bemerkt oder richtig wahr nimmt. Früher habe ich gedacht, mein Hund geht alles mit. Egal wo ich bin und was ich mache. Hauptsache, sie ist dabei. Weit gefehlt! Heute habe in der Beziehung ganz feine Antennen entwickelt bzw. hatte sie schon immer, nur damals hatte ich eine andere Einstellung dazu. Frei nach dem Motto:

„Always listen to your DOG.“ by Cloud7

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Frida ist ein Terrier und dadurch hoch getaktet. Wer sich mit der Rassenbeschreibung von einem Parson oder auch den kurzläufigen Russells schon mal beschäftigt hat, weiß, dass das kein Sofa- oder Handtaschenhund ist! Diese Hunde lieben Action. Aber Vorsicht: einen Terrier, den man ständig bespaßt, kommt nur noch selten richtig zur Ruhe. Möchte man nicht den ganzen Tag auf dem Zahnfleisch gehen, dann sollte man sich und dem Hund ausgiebige Ruhezeiten gönnen bzw. anerziehen. Ja, auch dem Menschen! 😉

Somit wurde ich innerlich immer unruhiger, je näher der große Tag kam, der mich und Frida ein weiteres Mal innerhalb kürzester Zeit in ein neues Zuhause verfrachten würde. Klar, der Hund kann und sollte sich bestenfalls an seinem Herrchen oder Frauchen orientieren, dort Sicherheit finden. Aber wie verhält es sich, wenn man selber in manchen Momenten ein kleines Häschen ist bzw. sehr sensibel und dann auch mal überreagiert? …

„Let’s go crazy!“

Eigentlich mag ich Veränderungen aber mit zunehmenden Alter fällt es mir schwer, solche doch größeren Aktionen souverän zu wuppen. Genau das, spürt mein Hund und genau das, weiß ich!
Je mehr ich mich ermahne ruhig zu bleiben und gleichmäßig zu atmen, desto verrückter mache ich mich. Natürlich überträgt sich das und natürlich befinden wir uns irgendwann in einer Art Alarmzustand. #shithappens

Was hilft? Eine gute Planung vor allem! Den Hund zwischen Umzugskartons sitzen zu lassen und zu hoffen, das geht schon gut, ist suboptimal. Zumindest bei Frida. Je mehr Gerenne, desto nervöser wird sie. Hektik ist manchmal ihr zweiter Vorname, warum dann noch einen drauf legen? Was dann? Wenn möglich, den Vierbeiner woanders abgeben, wenn man in Ruhe einpacken möchte. Mein Freundeskreis nimmt sie gerne mal für ein paar Stunden. Sollte das nicht gehen, dann ein anderes Zimmer für den Vierbeiner herrichten und kleine Pausen einbauen. Das tut auch dem Menschen gut.

Hilfe annehmen. Gerade wenn man schnell unter Strom steht oder in Stress gerät, sind helfende Hände und liebe Menschen einfach Balsam für die Seele. Am liebsten die, die dann sagen: „Nina, setz dich doch einfach irgendwo hin und entspann dich.“ … Trotzdem oute ich mich hier: Ich mache vieles oder fast alles alleine … Ganz schön blöde!

Im neuen Zuhause habe ich dann als erstes ein Plätzchen für Frida geschaffen. Sie sollte direkt gut ankommen und sich zurückziehen können. Lange habe ich nach einer passenden Bleibe gesucht für uns beide. Abstriche muss man wohl immer machen aber wir haben es dann doch gut getroffen. Frida fühlt sich sichtlich wohl, hat von Anfang an kaum angeschlagen und auch kein Problem damit, alleine zu bleiben. Wir sind jetzt nicht mal 2 Wochen hier.

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„Mache es dir gemütlich und liebenswert.“

Ganz wichtig. Für eine Hochsensible noch mehr. Ich leide schnell, wenn irgend etwas nicht läuft, nicht meinen Vorstellungen entspricht oder Geräusche und Gerüche meine Seele belasten. Ich sage nur ein Wort! Altbau! Das kann auch schon mal ins Auge gehen. Hellhörig ist es und ich muss mich noch daran gewöhnen, dass ich vieles „mitbekomme“ … Frida schaut öfter mal verwirrt gen Zimmerdecke aber auch damit scheint sie kein großes Problem zu haben. Da bin ich wohl doch empfindlicher.

Viele Dinge, die einen Hund aus dem Takt bringen, liegen oft an seinem Menschen. Erlebnisse, die mit heftigen Emotionen verbunden sind, schlagen schon mal große Wellen und kommen auch beim Vierbeiner an. Sorge für genügend Schlaf und Ruhe zu Hause und einem schönen Ausgleich an Aktivitäten im Freien. Entspannungsrituale für Mensch und Hund sind in so einer Zeit ganz wichtig und schweißen wieder zusammen.

Hat ein Hund gelernt, seinem Menschen zu vertrauen, wird er sich schnell an die neue Umgebung gewöhnen. Große Veränderungen, und ein Umzug fällt für mich auf jeden Fall in diese Kategorie, können ein regelrechtes Trauma bei sensiblen Vierbeinern auslösen. Das heißt nicht, dass man nicht mehr umziehen kann aber man sollte sich im Vorfeld Gedanken dazu machen. Was habe ich für einen Kandidaten zu Hause? Einer, der alles gelassen hinnimmt oder das Modell „Hilfe und Oh Gott oh Gott“ … Beim Letzteren sollte man im neuen Heim möglichst schnell für Routine sorgen. Das gibt erst mal Sicherheit.

Wir genießen jetzt unsere eigenen vier Wände! Ich liebe Holzfußboden und große Fenster, die viel Licht reinlassen. Das haben wir auf jeden Fall gefunden. Und tolle Kissenplätze für den Terrier gibt es auch. Fast wie bei „Schöner Wohnen“. ♡

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Welche Punkte sollte ich bei einem sensiblen Hund im Vorfeld bedenken?

Meine Top 10!

  • Gute Planung des Umzugs
  • Umgebung und Geräuschkulisse von draußen beachten
  • Altbau oder Neubau, auch hier Geräusche beachten in der Wohnung und Hausflur
  • Geeignete Rückzugsmöglichkeiten vorhanden
  • Bevor der Hund einzieht, seinen Platz herrichten
  • Ruhe nach dem Einzug – wenig Besuch oder Stress
  • Hund ankommen lassen und Vertrauen aufbauen
  • Vorsicht mit Raumdüften, Reinigungsmitteln etc.. Sie können Allergien und Unbehagen auslösen
  • Ggf. die anderen Mieter über den Hund informieren um mitzubekommen, wenn er unruhig ist – Bellen & Co.
  • Körpersprache des Vierbeiners beachten. Zeigt er kein Komfortverhalten wie üblich, achtsam werden

Gefällt die Wohnung mir, muss sie noch lange nicht dem Vierbeiner „gefallen“ bzw. geeignet sein. Darüber sollte man sich im Vorfeld unbedingt Gedanken machen. Auch wenn es vielleicht heißt, sich davon zu verabschieden …

Du möchtest umziehen und bist dir nicht sicher, ob das neue Eigenheim für dich und deinen Vierbeiner geeignet ist? Du hast noch weitere Fragen zu Yin und Yang bei deinem Hund? Oder du brauchst ein paar gute Tipps, wie du bei der Wohnungssuche mit Hund am besten vorgehen kannst in Sachen Vermieter und Co. – dann melde dich gerne bei mir.

Ich greife euch unter die Arme! Hier geht es zu meinem Kontaktformular.

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Kommentare 2

  1. Man macht sich viele Gedanken, das ist ganz normal. Vor einem Jahr sind wir auch umgezogen, aber Tuja macht das alles immer super mit, egal wohin – sie fühlt sich zu Hause solange sie bei mir ist oder eben bei Menschen, die sie liebt. Sie hängt nicht an einem Ort, sie merkt wohl genau, wo ich mich wohlfühle und fühlt sich dann da auch wohl.

  2. der weisse hund 23. September 2017

    Ich sage ja immer „Home is where my dog is.“ Gilt sicher auch umgekehrt. 😉

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