Konfliktcoaching – Geht das auch mit Hund?

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Heute ist schon unser 4. Tag hier und ein ordentliches Sturmtief zieht über die Nordseeküste. Einerseits pustet es so richtig schön durch und die Gedanken frei, andererseits sitzt man nun auch enger zusammen. Nicht jeder mag bei diesem Wetter rausgehen. Aber auch nicht jeder mag Enge oder zu viel Nähe. Das kann Potenzial für Konflikte bergen, muss es aber nicht!

Mir ist das egal ob es regnet, stürmt oder schneit. Mit Hund gibt es keine Ausreden und wie in unserem vorherigen Blogpost bereits geschrieben, sorgt der Strandspaziergang meist für positive Energie. Dafür hatten wir allerdings ausgiebig den gestrigen Tag genutzt und eine Tour mit der Fähre gemacht. Da hat es schon schön geschaukelt. Die Nordsee kann so rau sein und tatsächlich haben wir ein paar Menschen beim Bernstein suchen beobachten können. Ich habe leider kein einziges Krümelchen gefunden … Warum habe ich eigentlich einen Hund?!

Der Mittwoch hat nun ein Thema auf dem Zettel, welches eher dem Menschen zuzuordnen ist. Konfliktcoaching. Aber Stopp! Das hat doch auch genug Potenzial für die Mensch-Hund Beziehung. Na klar, sonst wären wir ja auch nicht hier. So ein Konflikt bezieht sich dabei normalerweise auf eine andere Person. Ich schaue aber nun eben auf (m)einen Hund.

Nein, ich rege mich eigentlich nie über Frida auf. Schon lange habe ich verstanden, dass das Quatsch ist und es auch gar nichts bringt. Außer mich und meine Emotionen auf die Palme. Aber uns als Team kann das nicht weiterhelfen. Im Gegenteil. Meine Stimmung überträgt sich dann auf sie und was bleibt, ist im dümmsten Falle die Eskalation. Wir stacheln uns gegenseitig an. Und somit sind wir doch in einen Konflikt geraten …

Wie könnte denn nun ein Weg zur Bewältigung und gemeinsamen Teamarbeit aussehen? Es gibt so eine Art Leitfaden und ich finde, den kann man auch wunderbar in der Mensch-Hund-Beziehung anwenden. Es braucht Zeit dafür, das sei vorab gesagt. Alte Strukturen zu verändern ist nicht mal eben in einer Woche gemacht, aber es ist ein Anfang. Hier ist erst mal der Weg das Ziel. Also …

Definiere den „Konflikt“ mit deinem Vierbeiner.

Jagdverhalten bietet z.B. ein großes Konfliktpotenzial denn es ist ein selbstbelohnendes Verhalten. Für den Hund also völlig logisch sich weiterhin damit zu beschäftigen und das mit vollem Einsatz. Das du dabei keine Rolle mehr spielst, ist erst mal logisch, oder? Darüber ärgern sich die meisten. Weil man es oft persönlich nimmt und weil man die Kontrolle verloren hat bzw. mehr und mehr verliert. Man ist hilflos.

Definiere ein bzw. euer Ziel.

Was könnte das Ziel sein für dein/euer Anliegen? Ich mag das Wort Problem nicht, weil es direkt negativ wirkt. Unsere Einstellung zu einer Sache ist eine andere, wenn wir es z.B. als Wunsch oder eine neue Herausforderung definieren. Schauen wir uns an, ob uns das gelingt. Wir legen sozusagen einen Auftrag für eine mögliche Gestaltung unserer Teamarbeit fest.

Nun kommen wir aber an einen Punkt, an dem im Coaching eine Reihe von Fragen folgen. Natürlich stelle ich diese meinen Teams aber der Mensch kann seinen Vierbeiner schlecht aushorchen. Was mache ich nun? Ich könnte einfach versuchen genau das zu tun und mir überlegen, wie würde mein Hund antworten?

Wenn ich mal meine Denke und Interpretationen für einen Moment bei Seite schiebe und den Hund als Hund betrachte mit seinen Anlagen und Bedürfnissen, könnte es mir doch gelingen für ihn die richtigen Fragen und auch Antworten zu konstruieren. Ja, das mag sich seltsam anfühlen. Aber interessant, oder? Wie sehe ich die Umstände aus der Sicht eines Jagdhundes und nicht immer nur aus meiner?

Vielleicht komme ich so auf völlig neue Ansichten, Lösungswege, bessere Gefühle und mache mich frei von gängigen Sichtweisen. Ein Versuch ist es wert. Das lasse ich dann in mein Coaching einfließen und kann so Schritte, Maßnahmen oder einen Trainingsplan in Richtung Ziel gestalten.

Es geht hier um den Menschen aber nicht um Vermenschlichung und nicht darum ein abstruses Hundetraining zu gestalten, sondern um die eigene Wahrnehmung in Bezug auf meinen Hund und dass ich mich dafür öffne, die Dinge in einem anderen Licht zu betrachten. Sich trauen anders zu denken oder zu sein. Trifft es das vielleicht um es besser zu erklären? Kann sein.

Manch einer wird sich denken, was soll der Scheiß? Wie soll mir so etwas weiterhelfen? Darüber kann man ja dann auch mal nachdenken, oder? Vielleicht bei einer Runde am Strand … 😉

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