Soziales Lernen: Wie lernt (m)ein Hund

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Was schreibt man, wenn man begeistert ist? Ich weiß es gerade nicht! An diesem Wochenende war ich auf dem Seminar „Soziales Lernen: Wie lernt mein Hund“ von und mit Johanna Lentz und Kerstin Raupach in Neuendeich.

Ich habe so viele positive Eindrücke bekommen und Informationen mitgenommen, dass ich einer detaillierten Beschreibung nicht gerecht werden würde. Zu viele Infos und Bilder in meinem Kopf, die noch verarbeitet werden wollen.

Eines aber kann ich definitiv sagen: Unbedingt hingehen bei der nächsten Möglichkeit! Hier bekommt das Thema „Soziales Lernen“ ein Gesicht und der Hundehalter eine Vorstellung davon, wie dies im Zusammenspiel mit dem eigenen Vierbeiner sein könnte.

In diesem Jahr war ich schon auf einigen Seminaren mit verschiedenen Themen und Trainern. Mehr oder weniger begeistert, oder angenehm überrascht. Bei Johanna und Kerstin konnte ich kein Haar in der Suppe finden. Nicht das ich danach aktiv suchen würde, aber am Anfang weiß man nie wohin die Reise geht.

Sympathisch und kompetent bringen beide ihren Part in das Thema ein. Anschaulich und verständlich in der Theorie, sowie ausgewählt und fein getuned auf die Mensch-Hund-Teams in der Praxis. Beides im Wechsel und gut verteilt.

Johanna und Kerstin lassen sich bei der Praxis auf dem Platz viel einfallen. Hier hat man überhaupt nicht das Gefühl, dass beide sich erst in dieser Zeit mit den Teams beschäftigt haben. Im Gegenteil. Keine Fragen bleiben offen und davon werden viele gestellt.

Den Weg frei machen für eine gemeinsame Sache.
Den Weg frei machen für eine gemeinsame Sache.

Drei Tage lerne ich, was eine Zusammenarbeit mit Sozialpartner Hund (noch) bedeuten kann. Zusammenhänge zwischen den neurobiologischen Vorgängen und pädagogischen Möglichkeiten werden aufgezeigt. Fernab von Leckerchen und Clicker Tiraden, sondern mit Menschenkenntnis und Sachverstand.

Das merkt man bei beiden Dozentinnen. Hunde liegen ihnen im Blut und am Herzen. Beide arbeiten nach der Methode Natural Dogmanship® von Jan Nijboer. Kein Unbekannter in der Hundeszene.

Bei dem Seminar geht es aber überhaupt nicht darum, „eine Methode“ an den Mann bzw. die Frau zu bringen, sondern um fundiertes Fachwissen. Dass das Ganze dann mit ND zusammenspielt ist eine logische Konsequenz, aber nicht unangenehm und eher so, dass ich mich ernsthaft frage, warum ich nicht dort meine Ausbildung gemacht habe.

Trotzdem beruhigt es mich, dass ich mich hier wieder finde, weitere Ansätze für mein Training bekomme und mich auf dem richtigen Weg wähne. Das heißt aber nicht, dass es meine Arbeit einfacher machen wird. Im Gegenteil. Auch hier wird klar, es geht um den Hund und seine Bedürfnisse. Der Mensch muss Rücksicht nehmen und sich darauf einlassen. Kein An- und Ausschalter! Für manchen Menschen wohl eher ernüchternd und eine weitere Herausforderung.

Lässt man sich aber darauf ein und schaut sich die Teams an, die aktiv teilnehmen, bekommt man eine Idee davon, was möglich sein kann. Hund und Mensch gemeinsam auf einem Weg. Ja, das ist es, was eine Beziehung ausmachen sollte. Vertrauen, Verantwortung, gemeinsames „Jagen“ und Sinnhaftigkeit spielen eine große Rolle unter anderem. Schön zu sehen, was sich in drei Tagen verändern kann. Das bekommen alle Teams zu spüren.

Der Unbekannte an der Pinkelstelle.
Der Unbekannte an der Pinkelstelle.

Die nette und unaufgeregte Atmosphäre trägt dazu bei, dass sich alle wohl fühlen können. Solche Rahmenbedingungen findet man, meiner Meinung nach, nicht sehr häufig vor auf Seminaren. Ich hatte das Gefühl, dass alle auf einer Linie sind.

Beim nächsten Mal, werde ich definitiv auch aktiv teilnehmen. Da man immer sehr mit seinem eigenen Vierbeiner beschäftigt ist und somit nicht so viel von den anderen mitnimmt, gehe ich meist ohne eigenen Hund auf Fortbildung. Zum ersten Mal habe ich mich geärgert 😉

Vielen Dank an Johanna und Kerstin, sowie die Organisatorin Karin Jansen von der Hundeschule „Stadt Mensch Hund Kynologisches Zentrum“ in Neuendeich. Es war eine sehr gelungene Veranstaltung. Wir kommen wieder!

Herrliches Plätzchen!
Herrliches Plätzchen!

Meine Hitliste:
„Aus einem Border Collie keinen Mops machen …“ O-Ton Johanna 😉
„Wer möchte was lernen und warum und wie?“ Frag mal deinen Hund!
Ein freundlicher Blickkontakt fördert das Lernen.
Stichwort „Begeisterung“
Lernen am Model (Bobo Doll) – Erschreckend!
Die Grundbedürfnisse sichern und Rahmenbedingungen für Kooperation schaffen!
Lernen über negative Erfahrungen heißt auch letztendlich weniger Möglichkeiten im Anschluss zu haben!
Motivation und Motivierung.
Empathie!

Über die Referentinnen Johanna Lentz und Kerstin Raupach:

Johanna Lentz ist Hundeerziehungsberaterin in Langenfeld (Rhld.), Natural Dogmanship® – Instruktorin sowie Pädagogin B.A. Master-Studium in Erwachsenenbildung und rehabilitationswissenschaftlicher Gerontologie. Sie ist Fachkraft für Tiergestützte Therapie, Beratung und Pädagogik

Kerstin Raupach ist Hundeerziehungsberaterin, bei Aachen, Natural Dogmanship® – Instruktorin sowie Dipl.- Biologin (Schwerpunkt: Neurobiologie). Sie ist Bildungsreferentin mit Schwerpunkt: Frühförderung im Kindergarten

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