Der Sommer kommt – Segeln mit Hund

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Einige von euch haben bestimmt schon mitbekommen, dass wir gerne auf dem Wasser sind. Es hat oft einen ganz eigenen Zauber, fast etwas therapeutisches, finde ich. Plötzlich, bzw. sehr schnell, wird man ganz ruhig und entspannt sich. Ich habe das bei mir, aber auch ganz doll bei meiner Parson Jack Russell Hündin festgestellt, dass uns das „Sein“ auf dem Wasser, bzw. auf dem Segelboot, sehr gut bekommt. Ist sie doch eher ein unruhiger Hund, kommt sie hier sehr schnell zu Ruhe. Man wird automatisch wieder viel achtsamer für sich und die Situation. Hektisch auf dem Boot zu sein, bringt rein gar nichts. Das Gegenteil sollte uns bewusst werden.

Segeln mit Hund

Mein Vater hatte auch ein Segelboot und daher kenne ich es von klein auf, wie es ist, auf einem Boot zu „leben“. Wir waren viel draußen, aber keiner so gerne, wie er und ich. Leider hatte sich das irgendwann erledigt. Das Boot lag noch eine ganze Zeit lang an der Riviera. Irgendwann aber, konnte mein Vater nicht mehr und wir alle hatten zu der Zeit nicht den richtigen Biss, das Boot zu übernehmen. Sehr sehr schade, denke ich jetzt. Aber manchmal passt es eben nicht. Dafür habe ich es genau jetzt wieder entdeckt, das passt!

2008 habe ich auf Rügen noch mal einen Segelkurs gemacht. Das war herrlich und durch einen glücklichen Zufall, konnte ich 2014 mehrere Wochen den Sommer mit Hund auf einem Segelboot verbringen. Eine wundervolle Zeit. Da habe ich gemerkt, wie gut so eine Auszeit sein kann, für Mensch und Hund. Natürlich geht das nicht eben mal so und das ganze war ein großer Luxus für mich. Ein zeitlicher Luxus wohlgesagt! Diese Erfahrung hat mir gezeigt, wie wichtig es ist, sich Zeit zu nehmen. Einfach mal nichts tun, sich treiben lassen. Das kommt auch ganz deutlich beim Vierbeiner an. Man findet seinen eigenen Rhythmus und lebt praktisch in einer kleinen Höhle. Es hat etwas von Cocooning. Und wenn man möchte, kann man anderen Menschen treffen und viele Plätze, die man sonst nicht erreicht, kennen lernen. Auch in sich selber.

Für Frida war es das erste Mal auf einem Boot und ich war sehr gespannt, wie sie es annimmt. Nach einer Woche war sie ganz der Profi. Hatte sie sich doch schnell von ihrer besten Freundin, auch eine PJRT Hündin, das Leben an Bord abgeguckt. Hunde lernen, meiner Meinung nach, sehr viel durch Beobachtung anderer. Sei es ein anderer Vierbeiner, oder auch der Sozialpartner Mensch. Segeln war ab jetzt in Fridas Top 10 Liste ganz nach oben gerutscht und bei mir auch. Was für eine Bereicherung für uns beide.

Segeln mit Hund

Nicht jeder Hund hat natürlich das große Glück, so eine großartige und erfahrene Lehrerin auf vier Pfoten zu haben. Deshalb liegt es am Menschen, es für den Vierbeiner möglichst einfach, entspannt und unkompliziert zu gestalten. Das fängt schon mit dem Kennenlernen des Elements Wasser an. Auf einem evtl. wackligen Bootssteg zu laufen, findet auch nicht jeder Hund spannend, oder gar toll. Viele Geräusche, neue Gerüche usw., strömen das erste Mal auf den Vierbeiner ein, da sollten wir uns im Vorfeld Gedanken machen, wie wir die ersten Tage vernünftig aufbauen. Leckerchen, Kauknochen und Lieblingsspielzeug sind hier auf jeden Fall mit dabei, um den Aufenthalt an Bord schmackhaft zu machen. Meist wird das Innere des Schiffes schnell akzeptiert, da es eben diesen Höhlencharakter hat. Hier kann Hund sich zurückziehen, wenn er möchte. Auch beim Segeln sollte der Hund unter Deck liegen an einem sicheren Platz, der möglichst nicht ins Rutschen kommt bei Wellengang. Sicherheit steht ganz oben auf der Liste. Schwimmweste und Geschirr gehört definitiv aufs Boot und an den Hund, wenn man unterwegs ist. Liegt man im Hafen, kann man darauf verzichten, je nach dem wie gut der Hund mit der Situation zurecht kommt und wenn die Grundkommandos sitzen!

Es gehört schon ein bisschen Geduld dazu, einen Hund segelfest zu machen, aber es lohnt sich! Wie kommt er aufs Boot und wie kommt er runter? Sollte ich ihn tragen, oder einfach springen lassen? Wann braucht Hund eine Pause und wie kann ich ihm beibringen evtl. sein Geschäft im Cockpit zu machen, wenn kein Land in Sicht ist für länger … ? Fragen über Fragen, aber letztendlich ist ein Boot nichts anderes als eine schwimmende Hundehütte. In dieser gelten die gleichen Regeln wie zu Hause. Sollte es dort keine geben, dann wird es Zeit sie aufzustellen. Ansonsten kann das Segeln mit Hund auch ins Auge gehen. Es geht nicht nur darum, dass wir Freude daran haben. Letztendlich werden wir immer wieder auf Menschen treffen, die Hunden nicht so zugetan sind, wie wir. Und hier gilt es auch Rücksicht zu nehmen! Sich zu informieren in welchen Hafen ich komme und ob es bestimmte Regeln gibt. Andere Länder, andere Sitten. Das sollte selbstverständlich sein.

Wo ist Frida?!
Wo ist Frida?!

Die meisten Segler und Menschen, die man so trifft, freuen sich allerdings über die Vierbeiner an Bord, so lange sie nicht alles verbellen, was im näheren Umkreis ist, bzw. nicht zum Rudel gehört. Ansonsten kann ich nur sagen, mit Hund ist das Leben auf dem Wasser viel viel schöner! Deswegen lasst euch nicht davon abhalten, es auszuprobieren. Natürlich sollte man immer die Bedürfnisse seines Vierbeiners im Auge behalten. Passt das überhaupt zu ihm? Rasse, Alter, Größe usw. spielen natürlich auch eine Rolle. Das sollte man vorher bedenken! Das Boot sollte dem Hund auf jeden Fall Platz zum Rückzug bieten. Merke ich, er hat überhaupt keine Lust darauf und findet kein Vertrauen, sollte ich ihn nicht mit Gewalt dazu bringen wollen, die Situation zu akzeptieren. Das macht keinen Sinn und wäre völlig falsch. Hier appelliere ich an den gesunden Menschenverstand und kann nur raten, alleine zu segeln, auch wenns schwer fällt. Nicht jeder ist dafür gemacht. Und auch ein Hund, weiß genau, was ihm gut tut oder eben nicht.

Ob ein Hund nun das Segeln wirklich mag oder nicht, sei mal dahin gestellt. Aber ganz sicher mag er es, uns zu begleiten und dabei zu sein. Belohnung für ihn sind u.a. die Landgänge, unterwegs viele neue Dinge zu entdecken und Spaß mit uns zu haben. Schwimmen gehen, in der Sonne faulenzen und es sich gut gehen lassen. Schon alleine deshalb kann es für alle eine feine Sache sein, sich darauf einzulassen. Auch wir haben für dieses Jahr schon Pläne gemacht, lasst euch überraschen.

Segeln mit Hund

Dass das hier nur ein kleiner Auszug über das Thema „Segeln mit Hund“ ist, sollte klar sein. Wenn ihr interessiert seid an einem Training, dann meldet euch gerne. Ich zeige euch den Weg vom Land auf das Segelboot in ruhigen Schritten, angepasst an euren Hund. Habt ihr Fragen vorab, dann nehmt doch einfach Kontakt zu mir auf.

Denkt daran, die Saison fängt bald an. Ich freue mich auf euch und einen tollen Sommer! 🙂

*Danke Stephan, für einen unvergesslich schönen Sommer 2014*

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