Lobby Arbeit für vier Pfoten

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Nein, ich habe mich nicht verschrieben und meinte auch nicht Dummy Arbeit. Normalerweise mag ich dieses Wort „Lobby“ nicht. Es ist für mich persönlich immer mit negativen Eindrücken verknüpft. Industrie, Handel, unschöne Geschichten … Naja, ich lasse das mal. Lobby Arbeit in Sachen Hund, finde ich allerdings sehr gut und macht Sinn. Schauen wir nach Berlin, scheint es da mit der Lobby für Hunde ganz schlecht zu laufen. Immer mehr wird der Hund aus dem öffentlichen Raum verbannt. Leinenzwang, Maulkorbzwang, man wird oft angefeindet. Hatte man es schon vorher nicht leicht mit einem Hund, gerade in Bezug auf die „Hundehaufen“ Diskussion, ist es jetzt noch schwieriger geworden, eine Lanze zu brechen für Hundebesitzer, die sich ordentlich benehmen. Meist ordentlicher als die ohne Hund. Aber auch das lasse ich jetzt mal. Mir fällt nur ein Begriff ein: Wildpinkler. Punkt.

In Hamburg läuft es dagegen gut mit Hund. So habe ich es letztens erst wieder gelesen. Hamburg ist angeblich die hundefreundlichste Stadt und ich habe in meiner Zeit hier, auch noch keine üblen Erfahrungen sammeln müssen. Außer eben wieder mit anderen Hundehaltern und deren Aufsichtspflicht … „Können Sie bitte Ihren Hund anleinen?!“ „Ach, der macht ja nichts ….“ Na gut. Manchmal verzweifle ich an dieser einfachen Bitte. Sie will überhört werden, grundsätzlich. Der Mensch persönlich fühlt sich dadurch selber angeleint und gemaßregelt. Das will er nicht akzeptieren und da lässt er sich auch nicht reinreden. Kommt gar nicht in Frage! Das geht an die Substanz. Somit sind wir dann schon wieder beim guten Ton und bei einem Thema, um das ich mich gerne mehr kümmern möchte. Nämlich den Hund salonfähig zu machen für das Büro. Naja, der Brückenschlag war jetzt nicht perfekt, aber eine gute Erziehung und auch Ausbildung braucht der Vierbeiner und auch sein Mensch eben doch in vielen Situationen 😉

Ich finde auch, dass nicht jeder Hund bürokompatibel ist und auch nicht alle Kollegen können und wollen einen Hund unter dem Schreibtisch akzeptieren. Gehen wir aber davon aus, dass es so etwas wie einen Bürohund Masterplan geben könnte, an den sich alle halten sollten/könnten, dann wäre das doch schon mal ein Fortschritt. Der BVBH, der Bundesverband Bürohund e.V., kümmert sich um diesen. Bzw. er steht damit gerade am Anfang. Da ich auf den Verein schon länger ein Auge geworfen habe und ich sehr interessiert daran bin, dieses Vorhaben zu unterstützen, habe ich letzte Woche mit dem ersten Vorsitzenden vom Vorstand, Herr Markus Beyer gesprochen. Er ist selber Hundetrainer in Berlin und hat eine Vision zum Thema Hund im Büro. Ich war höchst angetan über das nette Gespräch und den Gedankenaustausch. Da ich an einer Zertifizierung in eigener Person interessiert wäre, obwohl ich ja schon eine Zertifizierung nach §11 Tierschutzgesetz besitze, habe ich nachgehakt, wie das denn aussehen könnte. Aber Vereinsarbeit ist nicht leicht und geht schon gar nicht schnell. Alle dort arbeiten ehrenamtlich und „opfern“ ihre Freizeit für das Projekt. Hut ab!

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#Bundesverband #Bürohunde #Hunde

Somit gibt es noch kein fertiges Konzept zur Zertifizierung von Trainern, die anderen einen Bürohund näher bringen bzw. für deren „Einschulung“ sorgen. Hier kommen aber auch mehrere Themen zusammen. Der Mensch am Ende der Leine, der Hund am anderen Ende der Leine und der Arbeitgeber. Heißt u.a. Vorgesetzte, Arbeitskollegen, Räumlichkeiten, Versicherungsfragen usw. Keine leichte Aufgabe, das verstehe ich. Herr Beyer erzählte mir dann auch von dem Vorhaben, den Hund an sich zu zertifizieren. Wie z.B. Therapiehunde extra ausgebildet werden, um eben in besonderen Einrichtungen und mit besonderen Fähigkeiten da eingesetzt zu werden, wo man sie braucht und ein Hund sich besonders gut eignet. Da habe ich mein Veto eingelegt. Noch eine Zertifizierung, oh je … Aber mir ist klar, dass man so erst mal Türen öffnen kann und Herr Beyer sagte mir auch, dass es dabei gar nicht bleiben soll. Auch der „normale“ Hundebesitzer soll natürlich seinen Hund mitnehmen können, wenn die Umstände stimmen und es zulassen. Gut, da waren wir wieder auf einer Linie. Er verstand mein ungutes Gefühl und auch meine Argumentation. Werden doch heutzutage schon zu viele Hunde und Menschen für irgend etwas zertifiziert und extra für „irgendetwas“ ausgebildet. Natürlich macht das Sinn bei Therapiehunden, Suchhunden usw., aber im Büro finde ich das nicht unbedingt von Vorteil. Es bekommt wieder eine ganz andere Wertigkeit, Hund muss „wichtig“ sein. Verbaut man doch so wieder ein mal mehr den Zugang für die Allgemeinheit bzw. baut die Hürde wieder höher auf. Viele sind dadurch gleich abgeschreckt oder trauen sich evtl. schon gar nicht mehr darüber nachzudenken ihren Hund mitzunehmen. Und auch Arbeitgeber hätte damit einen längeren Hebel „Nein!“ zu sagen. Das finde ich bedenklich.

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Kein Therapiehund, aber klappt trotzdem!

Nach einem regen Austausch war klar, der Bürohund steht gerade erst am Anfang. Auch wenn Medien, Industrie und Wirtschaft langsam aufmerksam werden bei dem Thema, versucht man doch, dem ganzen Steine in den Weg zu legen. Kommt man beispielsweise auf das Thema Burn Out und wie gut ein Hund dafür bzw. gegen diese Krankheit einwirken kann, winkt man lächelnd ab. „Burn Out? Das ist doch kein öffentliches Thema, das ist privat!“ Bitte??? Die meisten Unternehmen haben, oder wollen damit nichts zu tun haben? Was für ein Quatsch. Sieht man sich die Statistik der Krankenkassen an, dann ist das alarmierend, wie viele Menschen an psychischen Belastungen im Beruf erkranken und lange ausfallen. Das ist Privatsache? Pfui! Ich verstehe nicht, dass man Prävention nicht Ernst nimmt und lieber die Kosten hinterher versucht zu deckeln. Mehr schlecht als recht. Das ist z.B. ein großer Aspekt, warum über Hunde am Arbeitsplatz nachgedacht werden sollte. Warum tut man sich nur so schwer mit dem vierbeinigen Freund des Menschen? Sehe ich doch selber immer wieder, wie freundlich die Menschen sind, wenn ein Hund in unserer Agentur dabei ist. Und wenn sie denn gut erzogen sind und alles geklärt ist, was das Zusammenleben im Büro ausmacht, dann sehe ich da überhaupt keine Einwände. Ja, nicht jeder wird seinen Vierbeiner mitnehmen können. Aber ganz ehrlich, ich glaube, es würden auch nicht viel mehr Menschen tun, auch wenn sie es dürften. Viele stecken ihre Vierpfötler schon jetzt in den Hundekindergarten, weil es auch für sie einfacher ist.

Somit sind Herr Beyer und ich verblieben, dass ich mir mal Gedanken zu allen Möglichkeiten, Fragen usw. in Sachen Bürohund mache. Ein Konzept muss her und das ist gar nicht so einfach. Was muss beachtet werden, welche Voraussetzungen müssen geschaffen werden, oder sollten vorhanden sein. Wie sollte und kann überhaupt eine Ausbildung bei einem Hund und dessen Besitzer aussehen, dass sie reif für das Büro sind. Tausend Fragen, tausend Antworten. Und ich sehe schon, dass ist gar nicht mal eben zu beantworten. Deswegen ist mir die Idee gekommen, euch mit ins Boot zu holen. Wie seht ihr das Ganze? Was habt ihr an Erfahrungen? Was sollten Hund und Mensch mitbringen, was sollten sie können, was ist zu beachten am Arbeitsplatz, wo sollten Hunde vielleicht nicht sein? Wenn ihr ernsthaft an dem Thema interessiert seid und dazu beitragen möchtet, dann bringt euch gerne mit ein. Ich würde mich sehr freuen, wenn ihr dabei seid um hier etwas zu bewegen. Sobald es die Zeit zulässt, werde ich mich an einen Fragebogen setzen.

Mal sehen, vielleicht stellen wir gemeinsam etwas auf die Beine?! Dieser Aufruf richtet sich auch genau so an andere Hundetrainer, die an dem Thema interessiert sind und mitdenken möchten. Vielleicht gibt es auch die Möglichkeit eine Arbeitsgruppe zu gründen. Ich bin für jede Idee offen. Der Vorteil an der Sache? Sicher, man bekommt erst mal nichts dafür, aber ist es nicht einfach schön, etwas zu bewegen und aktiv zu gestalten? Vor allem jetzt, in der Anfangsphase!

Ich würde mich sehr freuen von euch zu lesen und ggf. mit euch, über ein sehr spannendes und auch wichtiges Thema ins Gespräch zu kommen. Und jeder Anfang, hat einen ganz besonderen Zauber 😉

Seid ihr, oder euer Arbeitgeber bereits jetzt an einer Beratung „Hund im Büro“ interessiert, gibt es natürlich die Möglichkeit dazu. Ich biete schon jetzt Erstgespräche mit vielen Aspekten für den Bürohund an und stehe einer Vermittlung zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber sehr gerne zur Verfügung. Letztendlich kann fast jeder Hund, der gut erzogen ist und von seiner Veranlagung passt, mitgenommen werden. Das sehe ich ganz positiv. Warum nicht den ersten Schritt machen? Hier geht es zum Kontaktformular.

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Home Office – klappt immer 😉

Vielen Dank, wenn ihr bis hierher gelesen habt. Ist doch etwas länger geworden und es steckt manchmal ganz viel Herzblut mit drin 😉

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