Darf ich? Kann ich? Und Tschüs!

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Es kommt schon noch vor, dass ich auch ohne Hund unterwegs bin. Um so mehr Zeit habe ich dann, andere Menschen mit ihren Vierbeinern zu beobachten. Selten geht es mir dabei darum zu sehen, wie der Hund im Training steht, was er kann oder auch nicht. Viel mehr interessiert mich die Kommunikation von beiden. Unsere Hunde sind nun mal ein ganzes Stück tiefer gelegt. Heißt, der Blick geht erst mal ganz woanders hin. Wie aber schafft Hund es nun mit mir Kontakt aufzunehmen?

Bei vielen klappt es gar nicht, ohne das der Vierbeiner sich irgendwie auffällig benehmen muss. Heißt, er hat schon lange mitbekommen, dass am Horizont ein anderer Hund auftaucht. Frauchen oder Herrchen aber, sehen rein gar nichts. Sie schauen lieber auf ihr Smartphone, in die Geschäfte, oder telefonieren. Das Hund sich dann seltsam gebärdet weil evtl. ein Eindringling naht, das bekommen viele erst mit, wenn es schon fast zu spät ist. Hinterher ist das Gejammer groß. Warum entwickelt sich eine Leinenaggressivität? Das ist zwar jetzt ziemlich vereinfach dargestellt, aber so oder so ähnlich beginnt es meist. Der Mensch ist unaufmerksam. Er interessiert sich für völlig andere Dinge, lebt nicht auf der gleichen Ebene, weder räumlich noch in Gedanken. Prioritäten eines Hundes sind ganz andere als unsere.

Was mir sehr oft auffällt, Hunde fragen aktiv nach. Ja! Sie reden nicht, nein, nicht stimmlich, aber sie zeigen es mit ihrer Körpersprache. Beobachtet doch mal Mensch/Hund Paare, die gemeinsam nebeneinander her laufen. Ja, das soll es geben. Am besten noch verbunden durch die Leine. Wie oft schaut Hund seine Begleitung von unten nach oben an? Und wie oft ist das umgekehrt? Ich wage zu bezweifeln, dass Mensch vorne liegt in der Zählstatistik. Unsere Hunde senden Signale, sie versuchen es uns leicht zu machen. Einige fragen genau so von alleine nach: „Darf ich?!“ und andere bekommen es, z.B. durch Markertraining, aktiv beigebracht, weil es die Kommunikation vereinfachen kann.

Darf_ich_Blogpost

Ich habe zwei Hunde, meine Parson Terrier Hündin und eine große Mischlingshündin aus dem Tierschutz. Die Kleine hat von Anfang an viel nachgefragt. Ehrlich gesagt, ist mir das erst aufgefallen, als mich eine gute Freundin und auch Trainerin, darauf angesprochen hat. „Hat Frida das schon immer gemacht?“ „Äh, was denn eigentlich?“ Erst da, habe ich aktiv darauf geachtet und gemerkt, wie oft meine Hündin sich mein Einverständnis abholt. Manche werden sagen, dass hat auch etwas mit Kontrollzwang zu tun. Mag sein, aber Aktionen die folgen, gebe ich oft auf ihr Signal frei. So kommunizieren wir viel stärker. Ich finde das toll.

Nora, die große Hündin, geht für ihr Leben gerne jagen … Nicht schön und wir hatten am Anfang sehr viele Probleme dadurch, weil ich ihre Körpersprache oft nicht lesen konnte. Zumindest das Signal „Darf ich? Kann ich? Und Tschüs!“ Ich war einfach zu langsam. Mit der Zeit wurde ich aber besser und mit einer Schleppleine und viel Dummytraining bekam ich ihr Jagdfieber zu 90 % in den Griff. Auch sie fragt nach, nur eben anders. Sie ist viel schneller und feiner in ihren Ansagen. Ich bin ein Mensch, ein Grobmotoriker für meine Hunde, aber ich gebe mir Mühe es ihnen einfach zu machen und das ich sie am Ende loben kann und nicht etwa noch bestrafen, nur weil ich zu „doof“ bin, die Sprache der Hunde zu lernen 😉

Wer sich für die Sprache s(eines) Vierbeiners interessiert, kann gerne am BeobachtungsSpaziergang teilnehmen. Dieser dient dazu, die körpersprachlichen Signale des Hundes ansich und in Kontakt mit anderen Hunden und Menschen zu erkennen und besser einzuschätzen.

Über Kommentare zu meinem Artikel freue ich mich natürlich immer 🙂

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